Über die Farbe einer Ambientebeleuchtung wird vor dem Einbau lange diskutiert. Über die Frage, wie man sie später bedient, meist gar nicht. Dabei entscheidet genau das darüber, ob die Nachrüstung nach drei Monaten noch Freude macht oder ob das Licht einfach immer in derselben Farbe brennt, weil niemand mehr Lust hat, dafür das Handy zu zücken. Evgeny Scherbach von Deadperformance in Berlin baut seit 2021 Ambientebeleuchtung nach und bietet dafür drei Bedienwege an. Welcher passt, hängt vom Auto ab und davon, wie viel Werksgefühl man will.
Weg eins: die App
Bei der Basisvariante läuft alles über eine hauseigene App per Bluetooth. Farbe wählen, Helligkeit einstellen, Effekt aktivieren, fertig. 64 Farben stehen zur Verfügung, aufgeteilt in zwei Zonen, die sich getrennt einstellen lassen. Die Türen können also in einem anderen Ton leuchten als der Fußraum. Dynamische Effekte wie langsame Farbwechsel oder ein Lauflicht beim Öffnen der Tür sind ebenfalls dabei.
Der Vorteil dieser Lösung ist, dass sie in praktisch jedes Auto passt. Sie braucht keinen freien Schalter, kein Menü und keine Kommunikation mit dem Bordnetz. Der Nachteil ist derselbe: Sie weiß nichts vom Auto. Wer während der Fahrt die Helligkeit ändern will, muss das über das Telefon tun. Für viele Kunden ist das völlig in Ordnung, weil sie ohnehin einmal eine Farbe wählen und die dann behalten. Für andere ist es der Grund, eine Stufe höher zu gehen.
Weg zwei: der Originalknopf
Im Premiumpaket bietet Scherbach zusätzlich zur App eine Steuerung über die Originalknöpfe des Fahrzeugs an. Viele Autos haben ab Werk einen Dimmer für die Instrumentenbeleuchtung oder einen Schalter für das Innenlicht. An diese Signale lässt sich die Nachrüstung ankoppeln, sodass die Ambientebeleuchtung mitdimmt, wenn man die Tachobeleuchtung herunterregelt, oder ausgeht, wenn man das Innenlicht abschaltet.
Ob das geht, hängt vom Modell ab. Deadperformance schreibt deshalb in die Preisliste „wenn die Möglichkeit besteht“, und das ist keine Ausflucht. Bei einem Fahrzeug, dessen Innenlicht über einen simplen Türkontakt ohne eigenes Signal läuft, gibt es nichts, woran man andocken könnte. In der Beratung wird das vorab geklärt, meist reicht dafür die Angabe von Modell und Baujahr.
Weg drei: der Bordcomputer
Der OEM-Nachbau ab 800 Euro ist die Stufe, bei der die Nachrüstung nicht mehr als Nachrüstung erkennbar ist. Hier wird ein fahrzeugspezifisches System verbaut, das mit dem Steuergerät des Autos kommuniziert. Die Bedienung läuft dann über das Menü, das der Hersteller für das Lichtpaket vorgesehen hätte: MMI bei Audi, iDrive bei BMW, MBUX bei Mercedes, das Infotainment bei VW oder Porsche.
Das klingt nach einem Detail, verändert aber den Alltag. Die Beleuchtung dimmt automatisch mit der Umgebungshelligkeit, sie reagiert auf Fahrprofile, sie lässt sich mit demselben Drehregler steuern wie alles andere im Auto. Für Scherbach ist das der Grund, warum er diese Variante bei Fahrzeugen empfiehlt, für die es ab Werk ein Lichtpaket gegeben hätte. Man holt nach, was beim Kauf fehlte, statt etwas Fremdes dazuzubauen.
Was Codierung bedeutet und warum sie nicht optional ist
Damit der Bordcomputer die neue Beleuchtung überhaupt anzeigt, muss dem Steuergerät mitgeteilt werden, dass sie existiert. Das ist die Codierung. Sie schaltet das Menü frei, ordnet die Kanäle zu und sorgt dafür, dass das System keine Fehlermeldung wirft, weil plötzlich ein Verbraucher am Bus hängt, den es nicht kennt.
An dieser Stelle trennen sich Fachbetrieb und Bastelei am deutlichsten. Wer ein fahrzeugspezifisches Set ohne Codierung einbaut, bekommt bestenfalls Licht ohne Menü, schlechtestenfalls einen Fehlerspeicher voller Einträge. Deadperformance hat Codierung und Softwareoptimierung ohnehin im Programm, das ist einer der Gründe, warum der OEM-Nachbau dort aus einer Hand kommt.
Die zwei Zonen und was man damit macht
Ein Detail, das in der Praxis öfter nachgefragt wird: Wozu zwei Zonen? Die Antwort ist simpler als erwartet. Die meisten Kunden wollen vorne eine ruhigere Farbe als hinten, oder sie wollen den Fußraum dezenter als die Türleisten. Mit zwei Zonen geht das, ohne dass man ein Einzel-LED-System mit hunderten Adressen bräuchte. Wer später doch mehr will, kann bei Deadperformance jedes zusätzliche Licht für 50 Euro nachrüsten lassen, und beim OEM-Nachbau kommen Bauteile wie beleuchtete Lüftungsdüsen oder 3D-Hochtöner dazu, die eigene Zonen bilden.
Was rechtlich bei der Bedienung zu beachten ist
Innenraumbeleuchtung ist in Deutschland zulässig, solange sie nicht nach außen strahlt, den Fahrer nicht blendet und sich während der Fahrt regeln oder abschalten lässt. Der letzte Punkt ist für die Steuerung relevant. Eine App erfüllt ihn, eine Originalbedienung ebenfalls. Was nicht geht, ist ein Set, das nur über eine Fernbedienung im Handschuhfach läuft und im Zweifel gar nicht ausgeht. Ein Fachbetrieb berücksichtigt das beim Einbau, ein Onlineshop nicht.
Welcher Weg für wen
Eine ehrliche Antwort auf die Frage, welche Steuerung man braucht, fällt kürzer aus als dieser Text. Wer sein Licht einmal einstellt und dann in Ruhe lässt, ist mit der App gut versorgt und spart Geld. Wer sich daran stört, dass das Auto nicht weiß, was das Licht macht, nimmt die Originalknopfsteuerung, sofern das Modell sie hergibt. Und wer ein Fahrzeug fährt, das ab Werk ein Lichtpaket hätte haben können, sollte den OEM-Nachbau nehmen und sich hinterher nicht mehr fragen, warum es nicht gleich so war.
Auf alle drei Varianten gibt Deadperformance zwei Jahre Garantie. Und wer sich vor dem Termin nicht festlegen will, muss das auch nicht. Welche Steuerung zum Auto passt, klärt sich im Gespräch schneller als beim Grübeln über Produktseiten.
Deadperformance
Evgeny Scherbach
Marzahner Straße 34
13053 Berlin
Telefon: +49 151 57712868
E-Mail: [email protected]
Web: www.deadperformance.de

