Radio FRITZ testet Rails Girls Berlin

Am 17. August fand im Rahmen des EuRuCamp 2012 ein Rails Workshop von Rails Girls Berlin statt. Ein Moderator von Radio Fritz war live dabei und hat sich selbst am Workshop versucht.
Sein Urteil kann man sich hier anhören

Transkript:

Moderator: Webseiten bauen, Apps programmieren und damit vielleicht sogar auch noch ein bisschen Kohle machen. Das ist für viele sicherlich ein extrem attraktiver Gedanke. Wenn da nicht diese blöde kleine Hemmschwelle wäre, schließlich müsstet ihr euch dafür ein bisschen Mathe angucken, Informatik und noch mehr und Nullen und Einsen in den Kopf hämmern. Das ist ganz schön viel. Aber die Rails Girls Berlin sind der Meinung, dass das auch einfacher geht. Diese kleine Gruppe von Coding-Enthusiasten bietet seit April einmal im Monat in Berlin kostenlose Programmierkurse für Mädels an. Und wenn noch Platz ist, dürfen auch Jungs mitmachen und diese Chance hat unser Fritz Reporter Daniel Hirsch gestern genutzt und jetzt steht er mit rauchendem Kopf vor mir hier im Studio. Hi Daniel, grüß Dich!

Fritz-Reporter Daniel: Guten Abend!

Moderator: Du bist jetzt hoffentlich der Programmiergott schlechthin. Jetzt erzähl. Was konntest Du gestern lernen?

Daniel: Programmiergott – na eins nach dem anderem. Mir raucht tatsächlich noch so ein bisschen noch die Birne von gestern muss ich sagen. Aber ich konnte wirklich ne ganze Menge lernen. Allen voran erstmal die wichtigste Erkenntnis, die ich gestern hatte: Ihr braucht keine Mathe 1 im Leistungskurs gehabt zu haben, um mitzumachen. Ein funktionierender Laptop und ein bisschen Englischkenntnisse ist alles, was ihr mitbringen müsst. Zweite wichtige Erfahrung, die ich gemacht habe: Die Teilnehmer und sogar die Coaches sind – in Anführungszeichen – ganz normale Menschen, wie Du und ich. Und die auch wirklich die unterschiedlichsten Hintergründe haben. Wir waren insgesamt circa 30 Leute in einem kleinen Seminarraum. Und an meinem Tisch saß zum Beispiel der Arzt Jason aus den USA, die Sprachwissenschaftlerin Olga aus Weißrussland und unser Coach Tom, der ist eigentlich, Philosoph hat der studiert und hat sich das Programmieren selber beigebracht. Ich finde das senkt so ein bisschen die Hemmschwelle am Anfang und das ist den Rails Girls auch extrem wichtig.

Ute von den Rails Girls: Wir wollen natürlich auch aufzeigen, wie es in der Community funktioniert. Dass es da Möglichkeiten gibt. Dass es immer Ansprechpartner gibt. Dass alle freundlich sind. Und dass auch keiner irgendwie auf Fragen komisch reagiert. Also, es wird jeden geholfen.

Daniel: Also die Atmosphäre war wirklich sehr sehr locker.

Moderator: Ich hör schon raus, man konnte da wirklich was lernen, wenn man da war. Aber ich will jetzt auch wirklich Resultate von Dir sehen. Ich hoffe, Du hast jetzt Deine fertige Homepage bei.

Daniel: Also im Prinzip hätte das nach Plan sogar so klappen sollen.

Moderator: Theoretisch.

Daniel:Theoretisch, ja. Ziel war es nämlich wirklich, innerhalb des Kurses eine kleine Webanwendung zu basteln. Im Prinzip sollte das ein benutzbares Gästebuch sein, das dann auch den eigenen Wohnort über Google Maps anzeigt und dabei auch noch gut aussieht. In der Praxis war das so, dass die Coahces dann mit uns jeden Schritt durchgegangen sind und das klang dann so:

Coach: Hier kannst Du jetzt die Twitter/ bootstrap css sehen, die wir aus dem Internet laden. Und hier unten an der Stelle Stylesheets Link Text, der sagt jetzt in dem Augenblick: OK, lade mir alle CSS Dateien, die ich jetzt in meinem assets/stylesheets-Ordner drin hab.

Daniel: Genau und det hört sich dann schon nicht mehr ganz so nach Kuschelpädagogik an. Ähm, es ging wirklich teilweise schon sehr ins Detail und ich musste mich wirklich sehr konzentrieren, um da nicht den Faden zu verlieren. Mit viel Kaffee hat das einigermaßen gut funktioniert. Das Problem dabei war ein bisschen, um wirklich am Ende schon ein Ergebnis zu haben, mussten wir oft ein paar wichtige Grundlagen überspringen. Und manchmal erstmal ein paar Befehle per Copy & Paste einfach übertragen. Und selbst dann war das Tagesprogramm – fand ich – noch relativ straff. Also wir haben die Webapp auch nicht komplett fertig bekommen.

Moderator: Das klingt nach ner Menge Futter für’s Gehirn. Hast Du denn davon auch etwas behalten, oder ist das schon wieder weg nach einem Tag?

Daniel: Also, ich kann jetzt nach gestern mich nicht wirklich zu hause hinsetzen und loscoden, aber ich kenn jetzt die groben Strukturen der Programmierung. Also angefangen beim Erstellen des allerersten Projektordners bis hin zum Verändern der Schriftgröße auf der fertigen Seite. Und ich glaube, das ist ganz wichtig, um im Anschluss dann genug Motivation zu haben, sich noch weiter mit Programmierung zu beschäftigen. Bester Beweis dafür ist eine kleine Gruppe von Mädels, dich ich gestern getroffen habe. Die haben sich auf einem früheren Workshop schonmal kennengelernt.

Teilnehmerin: Im Moment ist es so, dass wir von dem eigentlich Projekt relativ weit entfernt sind, weil wir noch erstmal die Grundlagen vom Programmieren kennenlernen müssen. Und haben da sehr geduldige Coaches, die uns wirklich von Grund auf alles erklären. Und treffen uns jetzt einmal in der Woche, um dieses Projekt zu realisieren.

Daniel: Genau. Also die arbeiten jetzt quais weiter an einem Projekt. Wer nicht gleich ne Gruppe gründen will, der kriegt auf dem Workshop auch noch jede Menge Links zur Anleitung im Netz und kann dann in Ruhe zu hause weiter coden. Und ich finde für einen kostenlosen Kurs ist es schon ganz ordentlich.

Moderator: Die Rails Girls Berlin Workshops sind also ein super Einstieg ins Programmieren sagt unser Reporter Daniel Hirsch. Die finden ungefähr einmal im Monat in Berlin statt, sind kostenlos – haben wir eben gehört. Und wie der Name schon sagt, Mädels haben Vorrang, aber wenn Platz ist, dürfen auch Jungs mitmachen. Also guckst’s euch mal an!